Die vorhandene Rainbet Lizenz aus Anjouan dokumentiert, dass das Unternehmen in dieser Jurisdiktion gemeldet ist und dort grundlegenden Prüfungen unterliegt. Für Spieler aus Deutschland hat diese Offshore-Lizenz jedoch keine rechtliche Bindungskraft. Der deutsche Gesetzgeber erkennt Lizenzen aus Curaçao, Malta oder Anjouan nicht als Ersatz für eine nationale Erlaubnis an.
Was bedeutet das konkret? Die Rainbet Lizenz garantiert weder die Einhaltung eines monatlichen 1.000-Euro-Einzahlungslimits noch den Anschluss an das Spielersperrsystem OASIS. Zur Erklärung: OASIS ist das zentrale Selbstausschlusssystem, über das sich Spieler bundesweit bei allen lizenzierten Anbietern sperren lassen können. Es umfasst die Panik-Taste, temporäre und dauerhafte Sperren.
In unserem Redaktionsalltag bewerten wir Offshore-Lizenzen äußerst kritisch. Ein Beispiel aus unserer Analyse-Datenbank zu iGaming: Ein Leser registrierte sich versehentlich bei einer unregulierten Plattform unter Curaçao-Lizenz. Bei einer Auszahlungsanfrage von 1.500 Euro forderte das Casino einen Adressnachweis. Nach Einreichung eines deutschen Meldedokuments wurde das Konto gemäß der AGB unwiderruflich geschlossen. Das Guthaben? Einbehalten. Solche Fälle verdeutlichen, dass eine ausländische Lizenz keinen lokalen Verbraucherschutz bietet.
Warum schützt eine Curaçao- oder Anjouan-Lizenz deutsche Spieler nicht? Die Jurisdiktion Curaçao hat schlicht keine Zuständigkeit für Streitigkeiten mit deutschen Spielern. Der Regulator reguliert nur in seinem Geltungsbereich. Er kann weder Auszahlungen erzwingen noch Spielerbeschwerden aus Übersee bearbeiten. Wenn ein deutsches Konto gesperrt wird, gibt es keine Instanz, die man in Deutschland anrufen könnte.